Wachsen

Geschrieben von Gert Podszun. Veröffentlicht in Essay beginnt mit "W"

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Alle reden vom Wachstum, von wirtschaftlichem Wachstum.

Ist das wichtig? Wenn es wichtig ist, dann glauben wir daran. Woran glauben wir eigentlich heute noch?

Gute Frage. Das Credo der Moderne heißt Wachstum. Wirtschaftliches Wachstum. Messbar. In Prozenten.

Wer macht das? Das Wachstum? Die Politik? Nein, die produziert ja nichts.

Also die Industrie. Und natürlich die Bauern. Dort wächst ja wirklich was.

Ja, die produzieren.

Für wen? Die Konsumenten. Die kaufen das alles, auch über den Handel, in Geschäften oder Internethandel.

Also machen die Konsumenten das Wachstum.

So ist es. Warum tun sie das? Wo doch alle unter Stress leiden.

Weil sie müssen.

Warum müssen sie.

Weil es immer was Neues gibt.

Warum gibt es immer was Neues? Wer macht das Neue?

Die Industrie, also die Manager, Ingenieure, Kaufleute, alle eben.

Das sind doch Menschen, also Konsumenten.

Das sind sie.

Und warum machen sie das?-

Weil sie Ideen haben, innovativ sind, besser sein wollen als gestern oder als die anderen.

Also kaufen sie, was sie selber machen.

Im Prinzip ja.

Sie machen also Neues, indem sie Altes lassen oder vernichten.

So ist es.

Und wenn sie das Alte mögen.

Das geht nicht.

Warum?

Weil es dann kein Wachstum mehr gibt.

Und warum gibt es Wachstum?

Weil es weitergehen muss.

Wohin denn?

Zu einem besseren Leben.

Damit man kaufen kann, was man selber gemacht hat?

Man muss doch kaufen.

Warum.

Na, wegen des Wachstums.

 

Quelle: Aktuelle Arbeiten

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren